Stellungnahme zur aktuellen Berichterstattung
Wir als Institutsleitung des Instituts Lauterbad möchten uns zu den aktuellen Berichten öffentlich äußern. Denn wir sind entsetzt über die teils hasserfüllten Kommentare auf der Facebook-Seite der Hessenschau. Diese stehen im Zusammenhang mit der Berichterstattung über uns.
Doch gerade in den aktuellen Beiträgen der Medien gilt es, die Fakten richtig zu stellen.
- Der ehemalige Vorstand ist geschlossen zurückgetreten und wurde nicht „weggeputscht“.
- Es ist uns kein erneuter Fall von sex. Missbrauch bekannt.
Ausdrücklich widersprechen wir der Darstellung, die Schließung des Wohnheims stehe im Zusammenhang mit früheren Missbrauchsvorfällen. Dies trifft nicht zu. Diese Fälle wurden in der Vergangenheit bereits von uns öffentlich gemacht und nach den Vorschriften von Staatsanwaltschaft, Aufsichtsbehörden und der Gewaltprävention unseres Hauses bearbeitet.
Unsere Einrichtung stellt sich neu auf
Die Entscheidung zur Schließung unseres Wohnbereiches ist Folge der Neuausrichtung unserer Einrichtung. Die Gründe sind:
- die stets weiter steigenden regulatorischen Anforderungen an einen Heimbetrieb,
- der eklatante Fachkräftemangel, der -nicht nur unsee Einrichtung -seit Jahren beschäftigt
- eine wachsende finanzielle Unterdeckung, die der Heimbetrieb trotz ausgezeichnerter Nachfrage mit sich bringt
Wie angesehen unser Wohnbereich in Lauterbad ist, zeigt sich auch im positiven Engagement zur Erhaltung des Heims, wie wir ihn aus dem Kreise der Eltern aktuell erleben konnten. Zudem gibt es immer noch viele überregionale Anfragen nach Wohnplätzen bei uns, die wir im Zuge der Neuausrichtung nicht mehr annehmen wollten und konnten.
Die Schule wird ausgebaut
Der Verein und das Kollegium gestalten die Weiterentwicklung von Lauterbad als einen aktiv gestalteten Prozess. Dieser schreitet planmäßig voran:
- Derzeit führen wir Gespräche mit anderen Einrichtungen und Trägern, um eine bestmögliche Unterbringung unserer Bewohnerinnen und Bewohner sicherzustellen. Diese Kontakte verlaufen konstruktiv und vielversprechend.
- Gleichzeitig verzeichnen wir ein erfreuliches Interesse an unseren Liegenschaften: Mehrere Träger haben bereits Anfragen zur Nutzung der Gebäude gestellt, was die Attraktivität unserer Infrastruktur unterstreicht.
- Positiv ist für uns zudem, dass die Schulaufsicht die Expansion unseres Schulbereichs ausdrücklich begrüßt und unterstützt. Dies bestätigt uns in unserem Kurs und zeigt, dass wir mit unserem pädagogischen Angebot auf dem richtigen Weg sind.
Natürlich werden wir auch weiterhin transparent kommunizieren und alle Beteiligten über die Weiterentwicklung von Lauterbad informieren.
So beurteilen die Eltern unserer Bewohner uns (Auszug aus dem Artikel in der HNA vom 8. Juli 2026):
■ Die Eltern
Dass das Institut Lauterbad zuletzt derart negativ in den Schlagzeilen gelandet ist, können längst nicht alle nachvollziehen. Michael Neumann ist Vater der 19-jährigen geistig behinderten Alexandra, die im Wohnbereich untergebracht ist, wegen der angekündigten Schließung aber einen neuen Platz finden muss. Genau das gestalte sich aber extrem schwierig, wie Neumann berichtet.
Der Mann aus dem westfälischen Werl, der in Hamm eine Arztpraxis führt, sagt: Im Lauterbad sei sie immer glücklich gewesen.
„Ich kenne das Mädchen, um das es bei den Missbrauchsvorwürfen geht. Sie war in Alexandras Gruppe“, sagt Neumann. Er habe sich als Vater durch die Einrichtung seinerzeit gut informiert gefühlt. „Es hat eine Aufarbeitung stattgefunden.“
Schlimm finde er, dass das Gutachten damals zu dem Schluss kam, die Aussagen der Jugendlichen seien nicht glaubwürdig genug.
Um Alexandra habe er dennoch nie Angst gehabt. Neumann sagt aber auch:
„Wir hatten eher Angst vor Gewaltübergriffen durch andere Kinder. Da war Alexandra in den vergangenen Jahren zweimal Opfer. Da war man manchmal doch etwas nachlässig, aber das war vor Jahren und ist gut kommuniziert worden.“
Oxana und Oliver König sind Eltern eines Jungen, der viele Jahre im Lauterbad gelebt hat. Im Zuge der Schließung des Wohnbereichs wollen auch sie von ihren Erfahrungen berichten. „Die in der Vergangenheit bekannt gewordenen Fälle wurden bereits öffentlich gemacht und aufgearbeitet“, sagt König.
Familie König kritisiert die Einrichtung nicht. Im Gegenteil: Sie zeigt sich dankbar „für ihre Begleitung, Unterstützung und ihr tägliches Engagement für unseren Sohn“. Selbstverständlich müsste Fehlverhalten geahndet werden.
Dass der Wohnbereich schließe, enttäusche die Eltern aber sehr.
